Digitale Trends

Future HR: agil und multidimensional. Zukunft Personal in Köln

Unsere Nachlese zur Fachmesse

17.809 Besucher. 730 Aussteller. 450 Vorträge und interaktive Formate. 90% Entscheider vor Ort: Bereits diese nüchternen Zahlen kennzeichnen ein Ergebnis, mit dem die Ausrichter der Kölner Fachmesse „Zukunft Personal 2017″ sehr zufrieden sein können.

Die jährlich stattfindende Veranstaltung bot diesmal vom 19. bis 21. September unter dem Motto Work:olution ein Programm mit geballtem Expertenwissen. Namhafte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nahmen Stellung zu aktuellen Fragen, wobei die Schwerpunkte auf den Bereichen Digitalisierung und Prozessentwicklung sowie zukunftssichere Arbeitsmodelle und Organisationsformen lagen. Dazu gab es ein breites Themen-Spektrum, das den Bogen schlug vom Recruiting über emphatische Mitarbeiterführung, Reputationsmarketing und künstliche Intelligenz bis hin zur Feststellung, dass Führungskräfte nicht immer nett sind und warum das so ist.

Mitarbeiter im Fokus

So fungierte die Messe auch als Plattform für die Botschaft, dass Unternehmen ihre Geschäftsmodelle überdenken und Prozessabläufe verändern müssen, um mit der künftigen Entwicklung Schritt zu halten. Eine bedeutende Rolle spielt dabei der Umgang mit den Mitarbeitern. Gerade die junge Generation hat den Wunsch, selbstbestimmter zu arbeiten. Dies lässt sich festmachen an dem Trend, Weisung und Kontrolle einzuschränken und agiles Netzwerken zu fördern. Ein erfolgversprechendes Rezept, um gute Leute zu finden und an das Unternehmen zu binden.

Das bedeutet aber auch, dass Firmen bei ihren Investitionen in moderne Technologie ebenfalls die Ansprüche zeitgemäßer Mitarbeiterführung berücksichtigen müssen. Falls erforderlich, gehört die gesamte Unternehmensstruktur auf den Prüfstand mit dem Ziel, fit zu werden für die anstehenden Zukunftsaufgaben. Eine Entwicklung in der Arbeitswelt wird heute schon deutlich: Flexible Organisationen arbeiten in Projektteams, die sich immer wieder neu zusammenfinden. Im Zeichen dieser Swarming Organization sind Headcounts auf feste Abteilungen, Linienstrukturen und sogar Matrixorganisationen schon bald Auslaufmodelle, die aufgrund ihrer Schwerfälligkeit kaum Überlebens-Chancen haben dürften.

Viel Zulauf bei Special Events

Dies und vieles mehr fand bei den Messebesuchern große Aufmerksamkeit. So stießen auch die Special Events, die während der Messe stattfanden, beim Publikum auf reges Interesse. Etwa das Startup Village, in dem über 100 Gründerfirmen ihre Ideen und Produkte präsentierten. Spannendes gab es auch bei der Sonderaktion Gaming & Learning zu erfahren. Zum Beispiel, wie die Zusammenarbeit mit einem Lernroboter funktioniert. Oder welche Vorteile moderne Weiterbildungsmöglichkeiten – unabhängig von Zeit und Standort – den Beschäftigten im Unternehmen bieten. Ein ganz anderes, aber nicht weniger wichtiges Thema wurde beim Event Corporate Health angesprochen. Hier ging es darum, auf welche Weise Arbeitgeber die Zufriedenheit und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter fördern können.

Digitalisierung als Schwerpunktthema

Future Talk Zukunft Personal

Im Vorfeld des Bundestagswahlkampfes stand natürlich der Future Talk im Fokus der Besucher. Politik trifft Praxis lautete der Leitsatz für die hochkarätig besetzte Gesprächsrunde. Es diskutierten Thorben Albrecht vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Dr. Bettina Volkens von der Lufthansa AG, Margret Suckale, ehem. Vorstandsmitglied bei BASF und Deutsche Bahn und Markus Köhler von Microsoft Deutschland. Ihr Anliegen: Die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft und die Auswirkung auf die Arbeitswelt.

Da von den wahlkämpfenden Politikern gerade zu dieser aktuellen Thematik wenig bis überhaupt nichts zu hören war, gingen die Zuhörer mit entsprechend hohen Erwartungen in die Talkrunde. Und erhielten Auskunft vom Arbeitsmarktexperten aus dem Ministerium, der sich mit den Herausforderungen des digitalen Wandels befasste und die Aufgaben skizzierte, die sich daraus für die Politik ergeben.

Das Positive daran: Es wurde durchaus Klartext gesprochen und auf Schönwetter-Reden verzichtet. So stellte Thorben Albrecht unter anderem fest, dass sich die Politik angesichts des technologischen Fortschritts nicht allein auf den Breitbandausbau konzentrieren, sondern auch die passenden Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt schaffen sollte. Denn es gilt, den Wandel als Chance zur Gestaltung zu begreifen. Dazu ist ein neues Rollenverständnis erforderlich – die Politiker müssen zu Lernenden werden.

Politik vor neuen Aufgaben

Aber Thorben Albrecht nahm sich auch der Ängste der Menschen an, die aufgrund der zunehmenden Digitalisierung um ihren Arbeitsplatz fürchten. Ehrlicherweise gab er zu, dass vor allem die öffentliche Verwaltung betroffen ist und am stärksten Mitarbeiter verlieren wird. Doch die Menschen können drohenden Massenentlassungen durchaus etwas entgegensetzen. Der Schlüssel liegt in Weiterbildung und Qualifizierung; IT-Kenntnisse müssen vertieft und das Verständnis für Prozesse gelernt werden. Mit anderen Worten: Es liegt in der Verantwortung der arbeitenden Bevölkerung, ihre berufliche Zukunft aktiv zu steuern und selbst in die Hand zu nehmen. Denn: Big Data kennt keine Emotionen, Digitalisierung keine Empathie. Diese Faktoren, die unabdingbar für den Erfolg sind, können nur von Menschen kommen.

Thorben Albrecht hinterfragte im weiteren Verlauf auch die Voraussetzungen zur Schaffung akzeptabler gesetzliches Rahmenbedingungen. Sein Standpunkt: Politik müsse bedacht vorgehen, denn im Hinblick auf die verschiedenen Branchen könne man nicht alles gemeingültig per Gesetz regeln. Die Arbeitswelt müsse als Ganzes betrachtet und daraus entsprechende Schlüsse gezogen werden anstatt schnell Gesetze zu erlassen. Darüber hinaus sprach sich der Politiker dafür aus, systematisch die Weiterbildungsangebote in den Betrieben zu nutzen. Ebenso unerlässlich sei die Qualifizierung von Arbeitslosen.

Forderung nach Flexibilisierung

Dr. Bettina Volkens plädierte daraufhin für mehr Flexibilisierung und richtete einen dringenden Appell an die Politik, Lockerung zuzulassen und auf einschränkende Reglementierungen zu verzichten. Wenn jemand nachts arbeiten oder Auszeiten von der Arbeit nehmen wolle, wäre es sinnvoll, dies abgestimmt auf die betriebliche Situation zu erlauben. Starre Pausen und die willkürliche Begrenzung der Arbeitszeit stünden solch einer vernünftigen Personalpolitik entgegen. In diesem Zusammenhang verwies die Fachfrau auf das Arbeitsstättenverordnungsgesetz, das vor zwei Jahren verabschiedete wurde: „Es passte schon damals nicht in die Zeit.“

Fazit: Der Future Talk auf der Messe vermittelte interessante Ansichten und Meinungen. Mit dem Schlüsselwort Flexibilisierung bekam die anschließende Podiumsdiskussion zusätzlichen Drive.

Neue Personal-Managment Syteme unterstützen „Future HR“

Natürlich war ein Messeschwerpunkt auch wieder der Bereich Software. Auch die Hersteller richteten Ihre Angebote auf die neue, flexible Arbeitswelt rund um Digitalisierung und Prozessanpassung aus. Innovative Lösungen, die den kollaborativen Entwicklungen gerecht werden, indem sie Firmen flexibel während des gesamten Personalprozesses unterstützten und Mitarbeitern eine Kommunikationsplattform bieten, sind die Zukunft an HR Software. Einen Vorgeschmack darauf gab es beispielsweise auch bei Sage mit dem ab Oktober verfügbaren, Cloud-basierten HR-System „Sage People“, das das Unternehmen erstmals mit zu einer deutschen Messe brachte. Vom Eintritt des Mitarbeiters bis zum seinem Ausscheiden aus dem Betrieb optimiert Sage People das Personal-Management, sorgt für mehr Transparenz, Produktivität und Zusammenarbeit und eignet sich branchenübergreifend vor allem für multinationale Mittelständler mit 200 oder mehr Beschäftigten.

Gewinnspiel noch bis zum 30.09.2017

Um der zukünftig mobileren Arbeitsweise rechnung zu tragen, verloste Sage jeden Messetag ein IPad Mini am Stand, über die sich drei glückliche Gewinner freuen durften. Eine zweite Chance gibt es übrigens noch bis zum 30.09.2017 unter: www.sage.de 

 


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